• Feiertage & Brauchtum

    Geschichte der „Semmel“…

    Der Name der Semmel kommt vom lateinischen „simila“, dem Weizenmehl (ursprünglich aus dem Assyrischen; samidu = weißes Mehl). Man übertrug den Namen vom Mehl auf das Gebäck (Semmeln = „weißes Brot“). Das älteste „Brötchen“ (gebräuchige Bezeichnung für Semmel im deutschen Sprachraum außerhalb Österreichs) Europas ist fast 3.000 Jahre alt. Es wurde vom Schweizer Brotforscher Dr. Max Währen identifiziert, nachdem es bereits 42 Jahre unbeachtet im Magazin eines Museums gelegen hatte. Der nur 3,5 cm lange verkohlte Gegenstand stammte aus der Zeit um 900 v. Chr. (vor Christus) und war offenbar den Göttern als Opfer dargeboten worden. Schon im 13. Jahrhundert unterschied man Brot-(Schwarz-), Semmel- (Weiß-) und Luxus-Gebäck. Seit dem 15.…

  • Feiertage & Brauchtum

    Das Rad war noch nicht bekannt…

    Das Rad war noch nicht bekannt, als der Mensch eine revolutionäre Technik entdeckte: die Herstellung von Mehl. Die Erkenntnis, dass sich schwer verdauliche Samen zu nahrhaftem Staub zerkleinern lassen, lenkte das Geschick der Menschheit in eine neue Richtung. Ohne die Erfindung des Mahlsteins gäbe es kein Brot oder Gebäck, keine Nudeln, keinen Brei oder Kuskus. Es gäbe wahrscheinlich weniger Menschen auf dem Planeten. Und es gäbe keine Zivilisation, wie wir sie kennen. Vermutlich wäre das Rad, ein Hilfsmittel der Ackerbaukulturen, niemals erfunden worden. Heute ist Mehl alltägliche Kost für viele Menschen. Doch eine Selbstverständlichkeit ist es nicht: Das Getreidepulver, das große Teile der Weltbevölkerung ernährt, ist das Ergebnis einer Jahrtausende…

  • Feiertage & Brauchtum

    Sauerteig

    Die Geschichte des Sauerteiges Plinius der Ältere beschrieb um 79 n. Chr. die Gewinnung von Sauerteig durch die Vermischung von Weizenkleie mit drei Tage altem Traubenmost. Auch Verfahren der Spontansäuerung und die Weiterführung von Sauerteigen (Sauerteigführung) waren ihm bekannt. Im Mittelalter geriet das vielfältige Wissen um Ackerbau und Brotbereitung allerdings wieder in Vergessenheit. Lediglich an den Höfen und in Klöstern wurde dieses Wissen noch gepflegt. In Deutschland lieferten im 15. und 16. Jahrhundert die Brauer und Schnapsbrenner den Bäckern die erste Hefe. In Frankreich war diese Technik lange umstritten, da die Bevölkerung eine Gesundheitsgefährdung durch dieses neue Lebensmittel fürchtete. Erst 1670 wurde die Verwendung von Bierhefe erlaubt, wobei sie vorher…