Fronleichnamsfest
Fronleichnamsfest

Das Fronleichnamsfest (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi ‚Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.

Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich von mittelhochdeutsch vrône lîcham für ‚des Herren Leib‘ ab, von vrôn ‚was den Herrn betrifft‘ und lîcham (‚der Leib‘). In der Liturgie heißt das Fest Hochfest des Leibes und Blutes Christi, regional wird es auch Prangertag oder Blutstag genannt. In das Englische und in andere Sprachen ist die lateinische Bezeichnung des Hochfestes, Corpus Christi, eingegangen. Der Festtermin und das Anliegen des Fronleichnamstages, eines Ideenfestes, stehen in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst beim letzten Abendmahl. Wegen des stillen Charakters der Karwoche erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung auf den ersten Donnerstag nach der Oktav des Pfingstfestes gelegt. In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Hochfest auch an einem der darauffolgenden Sonntage nachgefeiert werden.

 

Der wichtigste Teil des Fronleichnamsfestes ist die heilige Messe, deren liturgische Texte (Gen 14,18-20 EU, 1 Kor 11,23-26 EU und Lk 9,11-17 EU) sich unmittelbar auf das Mahl mit Jesus und die Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums beziehen. Die Festliturgie hat eine Sequenz, nämlich Lauda Sion Salvatorem. Vielerorts wird der Gottesdienst zu Fronleichnam im Freien gefeiert.

 

An die heilige Messe schließt sich in der Regel die Prozession an, regional auch „Gottestracht“ (von mhd. trahte, Substantiv zu „tragen“) genannt, bei der die Gläubigen die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten (einer konsekrierten Hostie) in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiten („theophore“ Prozession). Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. Mit einer Statio an bis zu vier Außenaltären (Segensaltären) werden Elemente eines Flurumgangs aufgenommen; bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen, über den Ort und die Flur erteilt. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem Tantum ergo und dem Te Deum.

 

Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel vom Bild des wandernden Gottesvolks aus, dessen Mitte Christus, „das Brot des Lebens“, ist. Die Verbindung von Prozession und heiliger Messe wird stärker betont. Bis 1955 hatte das Fronleichnamsfest eine Oktav, die nach einer Liturgiereform durch Papst Pius XII. entfiel. Am Tag nach dieser Oktav, dem dritten Freitag nach Pfingsten, wird das Hochfest des heiligsten Herzens Jesu begangen, das in enger thematischer Beziehung zum Festgeheimnnis von Fronleichnam steht.